HL. Bestattungen - Wenn ein Kind stirbt
HL. Bestattungen - ...wo Menschlichkeit noch wichtig ist...

Wenn ein Kind stirbt  

… das wohl Traurigste, was einem passieren kann …  

Die Erinnerung an das verlorene Kind wird das weitere Leben prägen. Aber gerade dieses Kind, wird immer einen besonderen Platz im Herzen der ganzen Familie haben.  

Eigentlich ist das Leben so vorgesehen, dass Eltern Ihre Kinder aufwachsen sehen und dann vor Ihnen sterben. Ein Leben ist zerbrechlich und wir können so sehr wir uns auch bemühen, nichts dagegen tun, wenn vom Schicksal anderes vorgesehen ist, durch Krankheit, Unfall oder durch das Leben selbst…

Es ist sehr wichtig, wie die bevorstehenden Tage zwischen Tod und Beerdigung genutzt werden. Wir möchten Ihnen in diesen schwierigen Tagen und auch danach noch helfen und Sie unterstützen. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir versuchen, den letzten Weg zu gestalten - einmalig und wertvoll, wie einst Ihr Kind es war. Sie dürfen Ihr Kind gern noch einmal streicheln, es in den Arm nehmen, es anziehen und sich von ihm verabschieden – einfach noch einmal dessen Nähe spüren. Vielleicht möchten Sie es aber auch noch ein letztes/erstes Mal baden, wickeln und pflegen.
Wir würden uns wünschen, wenn Sie sich diesem schweren Abschied stellen, denn ohne Verabschiedung kann ein Neuanfang schwer fallen oder gar unmöglich werden.

Wenn ein Kind stirbt, ist es auch für uns nicht leicht, aber wir wissen damit umzugehen. Auch wir müssen manchmal Gefühle bei unserer Arbeit zulassen, denn wenn dies nicht so wäre, dann wären wir keine Bestatter mit Herz.  

Betroffene Eltern stürzen meist in eine tiefe Krise und brauchen deshalb viel Unterstützung und Verständnis. Um das Geschehene zu akzeptieren und wieder neuen Lebensmut zu fassen, dauert es in der Regel sehr viel länger. Wichtig ist es, in dieser Zeit keine großen Veränderungen vorzunehmen, wie beispielsweise ein Umzug oder ein Arbeitsplatzwechsel, denn auch wenn es im ersten Moment hilft und man nicht ständig mit Erinnerungen konfrontiert wird, aber im Nachhinein macht es alles viel schlimmer. Gewohnte Umgebungen und auch Bekannte, die einem helfen könnten, verliert man dadurch. Das schnelle Ausräumen des Kinderzimmers muss ebenfalls nicht sofort erledigt werden. Sie haben Zeit und solche persönlichen Sachen sollten Sie nur dann tun, wenn Sie mit der neuen Situation danach auch wirklich leben können.

Sollten Sie schon Kinder haben, dann bitte vergessen Sie Diese nicht. Auch wenn momentan das lebende Kind ein wenig an Bedeutung verliert, ist es wichtig, dass es trotzdem erfährt, dass es geliebt wird und zwar genauso wie das verstorbene Kind auch. Auch Vergleiche zwischen den Kindern sollten Sie unterlassen. Finden Sie eine Balance in Ihrem Verhalten gegenüber Ihrem verbliebenen Kind, denn Sie sollten aus Angst plötzlich nicht zu viel gewähren, aber auch nicht zu viel verbieten, denn das genaue Gegenteil könnte eintreten. Es ist ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen und sich in Foren darüber auszutauschen.

Eltern die ihr einziges Kind verloren haben, egal wie alt es war,  werden einen sehr schweren Weg gehen müssen.



Trauerphasen:
1. Nach der Mitteilung befindet man sich unter Schock.
     Wir möchten es nicht wahr haben und fühlen uns selbst wie
     abgestorben. Der innere Kontakt zum Baby wird abgebrochen.
     Man glaubt, dass das Kind noch da sein müsste. Diese Phase ist
     geprägt von Traurigkeit, Weinen, Ohnmacht, panische Angst
     und Hilfslosigkeit.  

2. Man ist zutiefst enttäuscht und verzweifelt. Wut auf das
     betreuende Personal kann aufkommen.  

3. Die Beschäftigung mit dem Kind nimmt ab und man 
     beginnt wieder andere Interessen zu entwickeln.  

4. Nach ein paar Jahren ist das psychische Gleichgewicht
     weitgehend wieder hergestellt.  

5. An manchen besonderen Tagen kann immer wieder Traurigkeit
     auftreten. Auch Stimmungsschwankungen sind nach
     mehreren Jahren keine Seltenheit.        




Stille Geburt
Ob Sie Ihr Baby in der Schwangerschaft verloren haben oder ob es kurz vor oder nach der Geburt gestorben ist, Ihr Baby ist in Ihnen heran gewachsen, Sie haben es geliebt und  nun ist es nicht mehr. Die Geburt des Kindes war mit großen Hoffnungen und Wünschen verbunden, die nun zerstört wurden. Vielleicht möchten Sie die Geburt und die anderen Dinge endlich hinter sich bringen. Es ist verständlich, dass Sie das Erlebte ungeschehen machen, ja es sogar aus Ihrer Erinnerung löschen möchten. Sie machen sich sicherlich Vorwürfe, warum gerade Sie und was Sie hätten besser machen können. Aber Sie haben sicherlich alles in Ihrer Macht stehende getan um Ihr Kind zu schützen. Das Leben ist leider manchmal verdammt unfair.  

Auch wenn es unglaublich schmerzt und Sie davor Angst haben werden, aber nehmen Sie sich bitte Zeit, um Ihr Baby kennen zu lernen. Rituale, um sich zu verabschieden, sind sehr wichtig, damit das Erlebte akzeptiert und verarbeitet werden kann.  Sie dürfen, wenn Sie sich emotional dazu in der Lage befinden, alles selbst in die Hand nehmen. Sie dürfen Ihr kleines Baby zum Friedhof fahren, einen Sarg bauen, den Sarg bemalen, es im Arm halten, es das erste Mal wickeln und baden, Fotos machen und Ihm vielleicht auch einen Namen geben…. es wird schwer sein, sehr sogar, aber sollten Sie sich abwenden, bereuen Sie es sicher später einmal, nur dann ist es endgültig zu spät. Sollten Sie bestimmte Dinge nicht selbst können oder wollen, sind wir natürlich behilflich.      



Hilfreiche Dinge um die Erinnerung an Ihr Baby wach zu halten:
* fertigen Sie ein Baby- oder Schwangerenbuch an
* sammeln Sie Abdrücke, Fotos, Haare, Ultraschallbilder etc.
   in einer schönen Box
* besuchen Sie eine Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern
* lassen Sie einen Stern auf den Namen des Babys taufen
 
Die Ratschläge im Kapitel Trauerbewältigung können Sie ebenfalls anwenden        


Natürlich kann es auch sein, dass ein persönliches Gespräch zu schwer oder eine Teilnahme an der Trauerfeier zu anstrengend ist. Das wäre durch unsere persönliche Anwesenheit problemlos möglich und notwendige organisatorische Sachen können auch per Telefon, Mail oder Fax gelöst werden.  



Ihr Baby kann in einem Kindergrab beigesetzt werden. Friedhöfe bieten meist einen Sonderplatz für Fehl- und Totgeburten an bzw. gibt es meistens eine separate Abteilung auf den Friedhöfen, die nur für verstorbene Kinder gedacht ist. Sollte schon ein Grab vorhanden sein, in dem vielleicht schon die Oma beigesetzt worden ist, dann kann natürlich auch Ihr Kind darin beerdigt werden.
Bitte informieren Sie sich bei der zuständigen Friedhofsverwaltung, ob ein Kindergrab nach Ablauf des Nutzungsrechtes  wieder neu gekauft werden kann. Nicht, dass Sie es später bereuen, wenn das Grab eingeebnet wird.


Möchten Sie Ihr Kind (Fehlgeburt) nicht bestatten, dann übernimmt das Krankenhaus die Bestattung. Diese ist jedoch unpersönlich und nicht individuell.  
Bitte lassen Sie sich daher erst beraten, bevor Sie eine endgültige Entscheidung treffen, denn manchmal können sich Gefühle und Gedanken schlagartig ändern. Auch Familienmitglieder können Ihnen in Ihrer Entscheidung zur Seite stehen. Wir möchten nicht, dass Sie später alles bereuen, wenn Sie sich falsch entschieden haben sollten.        


Auch wenn Sie jetzt vielleicht nicht daran glauben mögen, aber irgendwann wird Ihnen das Leben wieder eine Chance geben, ohne Ihr Kind weiter zu leben und auch um wieder glücklich zu werden, vertrauen Sie darauf.
Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie lachen, denn Ihrem Kind hätte es bestimmt gefallen.
Bitte denken Sie nicht, dass Ihre Liebe nicht gereicht hätte, Ihr Kind zu retten. 




Wenn ein Kind verstirbt, ist dies schon schlimm genug. Wir möchten Sie finanziell nicht mehr belasten, als es wirklich sein müsste. Aus diesem Grund bieten wir Ihnen an, Ihr Kind bis zum 14. Lebensjahr nur zu einer geringen Pauschale zu beerdigen.  



Zu diesem schweren Thema, erhalten Sie bei uns ein Trauerbuch, welches bei Ihren Gefühlen, Gedanken und natürlich in Ihrer Trauer helfen soll. 







Wenn du jemals ein Kind verlierst, wie es mir geschehen ist,
dann wirst du die andere Seite der Wahrheit kennen.
Du wirst verstehen, was es bedeutet, vernichtet zu sein und
doch jeden Tag aufzustehen und den Kessel mit Wasser zu füllen. Du wirst den Dampf aus dem Kessel steigen sehen und weinen.
Du wirst behaupten, es sei alles in Ordnung.
Du hast ein Staubkorn ins Auge bekommen. Das ist alles.
Auf der Straße werden Tränen auf den Gehsteig tropfen und deine Schuhe füllen. Sag, die Sonne schiene dir in die Augen.
Wenn du deine Trauer zeigst, vergeht sie nicht.
Wenn du sie verbirgst, vergeht sie nicht.
Sie ist für immer und ewig bei dir, aber es gibt vielleicht eine Stunde, in der du dich nicht erinnerst. Einen Abend, an dem der Himmel blau wie Tinte ist. Einen Nachmittag, an dem deine Tochter hinter einer Grille herläuft, die sie niemals fangen wird. Flüstere den Namen deines Babys.
Dann sei still. 
(aus „Brigitte – Ratschläge meiner Großmutter“ )