HL. Bestattungen - Was ist Trauer?
HL. Bestattungen - ...wo Menschlichkeit noch wichtig ist...

Trauer

Trauer ist eine ganz natürliche Reaktion, auf den Verlust eines geliebten Menschens.

Wenn ein Mensch verstirbt, ist es als ob die Zeit einem Moment stehen geblieben ist. Die ersten Tage ohne diesen Menschen werden sehr schwer, man kann es nicht verstehen, plötzlich ohne ihn/ihr zu sein. Oft ist man wie in Trance und kann keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Der Weg zur Grabstätte am Tag der Beerdigung ist der schwierigste Teil, denn nun muss man sich endgültig verabschieden. Es ist der letzte Weg des Verstorbenen den man gemeinsam gehen wird und der Verlust wird hierbei besonders deutlich.

Die Tage nach der Beerdigung können etwas schlimmer werden. Da hat man den Verstorbenen noch einmal gesehen, gefühlt und weiß nun, dass er tot ist. Man hat den Sarg oder die Urne gesehen und wie diese beigesetzt wurden sind. Besuche von Freunden und Bekannten werden weniger und Termine für die Beerdigung müssen nicht mehr wahrgenommen werden. Der Alltag tritt wieder ein. Nun weiß man, dass man endgültig ohne diesen Menschen sein wird. Man versucht sich immer wieder diesen Menschen vorzustellen, als man ihn das letzte Mal lebend gesehen hat. Was er gesagt hat, wie er sich verhalten hat, wie er gerochen hat und Ähnliches. Vielleicht macht man sich auch Vorwürfe, weil Dinge unausgesprochen geblieben sind.

Um wieder Halt zu finden, muss man verschiedene Trauerphasen durchlaufen, die zeitlich sowie in der Reihenfolge nicht eindeutig festzulegen sind. Man kann über längere Zeit in einer Phase stecken bleiben oder sogar in eine überwundene Phase zurück fallen.

Jeder Mensch trauert anders und unterschiedlich schnell. Lassen Sie sich nicht verrückt machen, wenn Ihnen jemand sagt, Sie sollten nun langsam aufhören zu trauern und zurück ins Leben finden. Wenn man selbst noch nie einen Menschen verloren hat, kann man sich auch nicht in die Situation eines Trauernden hinein versetzen und sollte somit Anderen auch keine Vorschriften machen. 


Trauerphasen:
1. Man fühlt sich wie betäubt und steht unter Schock.
    Es wird verleugnet, dass der geliebte Mensch verstorben ist.
    Diese Phase kann von einigen Stunden bis zu einer
    Woche dauern.   

2. Wut, Angst und eigene Schuldgefühle spielen eine Rolle.
     Es kann auch zu einer Überflutung der Emotionen kommen.
     Man denkt, der Körper wäre aus dem Gleichgewicht geraten.
 
3. Wir vermissen den Verstorbenen und sehen jedes Geräusch
    als Rückkehr des Menschen an. Man glaubt,
    den Verstorbenen auf der Straße zu sehen. Ebenso kann es sein,
    dass man viel über den verlorenen Menschen reden möchte   
    oder Orte aufsucht, die der geliebte Mensch gern besucht hat.  

4. Man empfindet tiefe Traurigkeit, da man nun weis, der
    verstorbene Mensch ist nicht mehr da. Alte Gewohnheiten,
    die man auch zusammen gemacht hat, wird es nicht mehr
    geben. Wir fragen uns, womit wir das verdient hätten
    und haben auch an nichts mehr Freude. Unser Leben läuft
    wie im Film ab, an dem wir nicht teilhaben können.
    Das ist meist die schlimmste und schmerzhafteste Phase.  

5. Wir akzeptieren den Tod des geliebten Menschen und
    bauen ein neues Selbstbewusstsein auf. Überlegungen,
    wie der Alltag nun allein bewältigt werden kann, kommen auf.
    Man empfindet wieder Freude an etwas und kann sich
    zeitweise auch wieder konzentrieren. Gefühlsschwankungen
    können denoch weiterhin auftreten. 
    Natürlich kann an besonderen Tagen, auch Jahre danach
    noch, die Trauer wieder aufleben. Dies zeigt aber deutlich,
    dass Beziehungen über den Tod hinaus bestehen bleiben.          




Traueraufgaben nach  J.W. Worden:  
* Akzeptieren Sie den Verlust und sehen Sie ihn als Realität an  
* Trauerschmerz erfahren  
* Passen Sie sich an Ihre veränderte Umwelt an,
   an ein Leben ohne den Verstorbenen  
* Lösen Sie sich gefühlsmäßig von dem Verstorbenen und
   gehen Sie neue Beziehungen ein       









Wenn dich plötzlich das starke Gefühl erfasst, der,
den du geliebt hast und liebst, sei dir nahe,
er habe dir ein Zeichen gegeben,
dann lass dich nicht irremachen.
Nimm es an. 
Ich bin überzeugt, dass es mehr Verbindungen gibt
zwischen denen drüben und uns hier,
als die meisten von uns heute meinen. 
Ich glaube, dass ein Mensch, zu dem wir reden in der Stunde nach seinem Sterben, hört, was wir ihm sagen,
und dass die Toten uns ein Zeichen geben. 
Wir brauchen dazu keine besonderen Fähigkeiten.
Wir müssen nur wissen, dass die Wand dünn ist zwischen
jener Welt und der unseren. 
Werden wir uns also wiedersehen?
Unser Auftrag auf dieser Erde ist der, an Liebe reicher zu werden. Und ich glaube, dass die Liebe, die in uns gewachsen ist,
nicht verloren geht. Ich glaube an ein Finden und Begegnen
wie immer es dann geschehen sollte –
wie hier, so in der anderen Welt. 
Jörg Zink