HL. Bestattungen - Trauerbewältigung
HL. Bestattungen - ...wo Menschlichkeit noch wichtig ist...

Trauerbewältigung  

Alles wird irgendwann wieder gut – aber niemals mehr wie vorher

„Man weiß, dass die akute Trauer nach einem solchen Verlust ablaufen wird, aber man wird ungetröstet bleiben, nie einen Ersatz finden. Alles, was an die Stelle rückt, und wenn es sie auch ganz ausfüllen sollte, bleibt doch etwas anderes. Und eigentlich ist es recht so. Es ist die einzige Art, die Liebe fortzusetzen,
die man ja nicht aufgeben will.“
(Textstelle eines Briefes von Sigmund Freud an seinen Kollegen Ludwig Binswanger nach dem Tod dessen Sohn)  


Um Trauer zu verarbeiten braucht es viel Zeit. Allerdings müssen Sie irgendwann lernen loszulassen, loszulassen von Ihrem lieben Menschen. Natürlich heißt das nicht, dass Sie diesen vergessen sollen, nein, im Gegenteil. Ihr ganzes weiteres Leben lang wird die Erinnerung an diesen verlorenen Menschen da sein. Sie sollen lediglich nach vorn schauen, lernen Ihr Leben weiter zu leben und nach und nach neue Beziehungen eingehen.  



Um den Tod leichter akzeptieren zu können und die Erinnerung an den verlorenen Menschen wachzuhalten, hier ein paar Möglichkeiten: 

* verabschieden Sie sich von diesem Menschen, zum Beispiel
   bei einer Abschiednahme
* legen Sie etwas persönliches mit in den Sarg, das der
   Verstorbene auf seinem letzten Weg mitbekommt
* machen Sie Fotos von der Trauerfeier
* lassen Sie sich die Trauerrede aushändigen
* fertigen Sie ein Erinnerungsbuch an, indem Fotos, Texte
   und Zitate des Verstorbenen zu finden sind
* richten Sie einen Andenkplatz ein, auf dem oben
   genanntes steht
* zünden Sie eine Kerze an
* reden Sie mit dem verstorbenen Menschen
* erzählen Sie dem Verstorbenen am Abend von Ihrem
   erlebten Tag
* lesen Sie ihm laut etwas vor
* denken Sie über dessen Wünsche und Ziele im Leben
   nach und versuchen Sie diese zu erfüllen
* schreiben Sie dem Verstorbenen Briefe, indem Sie Ihre
   Gefühle zum Ausdruck bringen
* beten Sie
* fertigen Sie eine CD an mit den Lieblingsliedern des Verstorbenen
* schreiben Sie Trauerbuch (bei uns erhältlich)
* treiben Sie Sport
* gehen Sie viel auf den Friedhof
* gestalten Sie das Grab ganz besonders schön–
   so können Sie etwas für den Verstorbenen tun
* lesen Sie Trauerliteratur
* tragen Sie etwas von dem Verstorbenen bei sich
* Pflanzen Sie etwas
* Schreiben Sie die Lebensgeschichte des Verstorbenen auf
* nehmen Sie etwas Weiches mit ins Bett
* Helfen Sie anderen Menschen
* machen Sie sich Gedanken darüber, was der Mensch mit
   seinem Leben sagen wollte, was ihn geprägt hat,
   was er immer mitteilen wollte aber nicht konnte,
   welche Spur er dieser Welt hinterlassen hat    



Sie dürfen ruhig traurig sein und weinen, wütend und durcheinander sein, dankbar und erleichtert sein, aber auch lachen und an den Verstorbenen denken, andere Menschen suchen und mit ihnen reden und vor allem irgendwann loslassen. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihre Trauer erleben, durchleiden und auch zeigen. Zurückgehaltene, unterdrückte und verdrängte Trauer kann seelisch wie auch körperlich krank machen. Jeder wird Verständnis für Ihre Situation haben, denn Sie haben allen Grund zu weinen. Nur wer weint, kann auch Abschied nehmen und darin Neues entdecken.  

Viele Trauernde berichteten uns, dass sie durch den Tod eines nahen Angehörigen zum religiösen Glauben gefunden haben. Das Beten habe sehr geholfen um neuen Mut zu  fassen.      






Manchmal bessert sich Ihr Zustand nicht und Sie bleiben dennoch in Ihrer Trauer hängen. Schnell kann da die Trauer krank machen, meist in Form von Depressionen und/oder Panikattacken. Dann ist es ratsam sich professionelle Hilfe zu holen.  


Eine ganz nette Hilfe bekommen Sie bei:
Kathrin Häberer
Integrative Trauertherapeutin und psychotherapeutische Heilpraktikerin
Katharinenstraße 27 (alte Posthalterei unten links)
08056 Zwickau / Innenstadt
0375 – 27 13 57 42    





Wie bereits erwähnt, ist es wichtig nach vorn zu schauen und neue Beziehungen einzugehen. Etwas sehr schönes, bietet der Hospizdienst Elisa allen Trauernden an – ein Trauercafé Namens „Lichtstrahl“. Alle 14 Tage mittwochs von 15 Uhr bis 18 Uhr, bekommt man dort die Möglichkeit sich mit anderen Trauernden bei Kaffee und Kuchen auszutauschen. In einer offenen und zwanglosen Atmosphäre lernt man sich kennen und kann sich auch kreativ ausprobieren. Sie dürfen dort mit Anderen reden, weinen und auch lachen; manche neue Freundschaften können dadurch entstehen. Wenn gewünscht stehen die Mitarbeiter auch für Einzelgespräche zur Verfügung.  

Trauercafé Lichtstrahl
Begegnungsstätte Caritas
Bachstraße 9
08056 Zwickau / Bahnhofsvorstadt
Einzelgespräche: 0375 – 39 03 844  

An folgenden Terminen findet das Trauercafé statt: 
Januar:
02.01.2013    




Das sollten Sie über ein Trauercafé wissen:  
* Sie werden dort Menschen treffen, die ebenfalls einen
   Angehörigen verloren haben und um ihn trauern
* diese Menschen werden von ihrem Verlust und auch von
   ihren Erfahrungen mit dem Umgang der Trauer erzählen
* ebenfalls werden diese auch traurig sein und weinen,
   aber auch Trost suchen
* Sie finden dort Zusammenhalt und Verständnis
* Kontakte können geknüpft und gemeinsame
   Unternehmungen erlebt werden   



Wenn Sie Hilfe brauchen, auf diesem schweren Weg, dann dürfen Sie sich Hilfe holen. Bei jedem Menschen, auch bei uns. Wir sind immer für Sie da. So lange, bis Sie wieder „Boden unter den Füßen“ haben und Lebensfreude empfangen können.   







„Ich bin von euch gegangen –
nur für einen kurzen Augenblick und gar nicht weit.
Wenn ihr dahin kommt, wohin ich gegangen bin,
werdet ihr euch fragen, warum ihr geweint habt…
Ganz weit draußen am Ende des Regenbogens werde ich auf dich warten und wenn du dann endlich kommst,
werde ich sitzen bleiben mit verschränkten Armen über meinen Knien, damit du nicht zu früh erfährst,
mit welcher Sehnsucht ich dich erwartet habe.“ 
Antoine de Saint-Exupéry – Der kleine Prinz