HL. Bestattungen - Kindertrauer
HL. Bestattungen - ...wo Menschlichkeit noch wichtig ist...

Kindertrauer

Auch Kinder trauern, aber auf eine andere Art und Weise, wie wir Erwachsenen. An der Art wie Kinder trauern, können wir noch etwas lernen, denn sie haben Ihre eigenen Vorstellungen und wissen oft genau, wie sie mit dem Verlust umgehen wollen. Kinder sind direkter als wir Erwachsenen, ob das bei Fragen, Gefühlen oder Emotionen ist.

Viele Erwachsene möchten Ihren Kindern schmerzliche Erfahrungen möglichst ersparen, denn es tut einem selbst weh wenn Kinder weinen müssen. Sie selbst dürfen Ihre Gefühle und Emotionen aber auch nicht unterdrücken. Erklären Sie, warum Sie traurig sind und weinen müssen und was in Ihrem Inneren vor sich geht. Kinder bauen dadurch eine notwendige Nähe zu den Erwachsenen auf und fühlen sich der Gemeinschaft zugehörig. Vergessen Sie nicht, dass Ihr Verhalten und der Umgang mit dem Tod Ihr Kind prägt. Manchmal können unerwartete Reaktionen auftreten, beispielsweise plötzliches Zurückziehen oder Schweigen und heftige Wutausbrüche. Bitte erschrecken Sie nicht, das ist ganz normal. Für Kinder ist der Verlust eines Menschen auch eine große Veränderung. Sie selbst trauern und werden gleichzeitig noch mit den Gefühlen der Erwachsenen konfrontiert, das ist nicht einfach. 

Wie Kinder mit Ihrer Trauer umgehen, hängt von folgenden Gegebenheiten ab:
* Beziehung zu dem Verstorbenem
* Umstände des Abschieds
* Psychische Gesamtverfassung
* Alter
Unter 3 Jahren: Kinder wissen nicht was Zeit ist. Wenn Jemand tot ist, bedeutet das, dass dieser weg ist.
3 bis 6 Jahre: Kinder begreifen nicht die Endgültigkeit. Verstorbene sind nicht für immer tot und kommen wieder. (Was isst der Opa eigentlich? Ist es ihm nicht zu dunkel?) Ebenfalls haben Kinder in diesem Alter Verlustängste. (Muss ich ins Kinderheim wenn Mami und Papi tot sind?) Sie verstehen nicht, dass auch sie irgendwann sterben müssen.
6 bis 12 Jahre: Kinder entwickeln ein Bewusstsein, dass den Tod auf sie selbst bezieht. Es kommt vor, dass sie ihr Haustier ausgraben, um das Skelett zu sehen.
Ab 12 Jahren: Kinder wissen um ihre eigene Sterblichkeit und haben eine reale Vorstellung vom Tod.    


Kinder sind bei uns ebenfalls immer willkommen. Es ist wichtig Kinder in alles mit einzubeziehen. Sie sollten Ihr Kind, wenn es selbst möchte, auch zur Abschiednahme und Trauerfeier mitnehmen. Erzählen Sie Ihm, wie es dort sein wird und was dort passiert, damit es keine Angst bekommt. Somit lernt es, wie Abschied genommen wird und das es normal ist traurig zu sein. Am besten ist es, es kümmert sich Jemand um das Kind der von dem Verlust nicht in gleicher Weise betroffen ist, denn Kinder werden schnell unruhig und möchten vielleicht die Feierhalle verlassen wollen. Diese Person soll ebenfalls die Fragen des Kindes ehrlich beantworten und es wenn nötig auch trösten. Somit können Sie sich ganz auf die Trauerfeier konzentrieren und wissen Ihr Kind dennoch gut aufgehoben. 
Verbieten Sie Kindern eine Teilnahme oder Ähnliches, dann fühlen Sie sich schnell abgeschoben und verstehen nicht, warum alle so sind, wie sie sind. Sie werden verwirrt und können Angst bekommen.  

Ebenfalls sollten Sie Kinder Rituale durchführen lassen, damit sie sich auf ihre Weise ebenfalls von dem Verstorbenen verabschieden und um zu lernen, wie sie mit ihrer Trauer umgehen können.  Sie können außerdem eine kleine Erinnerungs-/Abschiedszeremonie planen und die Kinder daran teilnehmen lassen.  

* zünden Sie gemeinsam eine Kerze an
* beten Sie gemeinsam
* lassen Sie das Kind ein Bild für den Verstorbenen malen
* suchen Sie gemeinsam etwas persönliches aus, was das Kind
   selbst mit in den Sarg legen darf
* besuchen Sie das Grab
* pflücken Sie gemeinsam Blumen oder sammeln Sie etwas,
   was später auf das Grab kommt
* pflanzen Sie gemeinsam ein Bäumchen
* ein Papierschiff bauen, mit Wünschen an den Verstorbenen,
   und es von einem Bach davon tragen lassen
* einen Luftballon, mit einem letzten Gruß, aufsteigen lassen
* beziehen Sie es in die Planung der Bestattung mit ein    


Zu solch einem schwierigen Thema, stellen Kinder viele Fragen, die nicht immer leicht und vor allem kindgerecht beantwortet werden können. Bitte versuchen Sie es trotzdem, denn das ist sehr wichtig. Kleine Helfer können dabei das geliebte Kuscheltier oder auch Bücher und Filme sein. Beantworten Sie jede Frage ehrlich und offen, am besten auf Augenhöhe und unterstützen Sie sie in ihrem Tun. Sollten Sie nicht die Wahrheit sagen, merken Kinder das ganz genau. Sagen Sie lieber ehrlich – Ich weiß darauf auch keine Antwort, das ist besser.

Kinder sollen die Endlichkeit des Todes begreifen lernen. Dabei kann es helfen, den Kindern ein vorstellbares Bild zu schaffen, beispielsweise das der Verstorbene nun im Himmel wohnt und auf alle aufpasst oder das dieser nun ein Stern geworden ist. Es kann sein, dass Kinder diese Antworten mit ihrer Fantasie vermischen und dadurch von manchen Dingen ein anderes Bild bekommen. Hören Sie Ihrem Kind genau zu oder lassen Sie es ein Bild zum Thema Tod und Sterben zeichnen. Anhand dieser Sachen können Sie falsche Eindrücke richtig stellen.      

Um Kinder in Ihrer Trauer zu unterstützen hilft es, wenn Sie sie Trauerbuch schreiben lassen. Trauerbücher können Sie bei uns erhalten.      





„Du wirst in der Nacht die Sterne anschauen.
Mein Zuhause ist zu klein, um dir zeigen zu können, wo es liegt.
Es ist besser so. Mein Stern wird für dich einer der Sterne sein. Dann wirst du alle Sterne gern anschauen…
Alle werden Sie deine Freunde sein.
Und dann werde ich dir ein Geschenk machen."
Er lachte noch.„Ach! Mein Kleiner, mein Kleiner! Ich höre dieses lachen so gern!“„Gerade das wird mein Geschenk sein… .“
„Was willst du sagen?“„Die Leute haben Sterne, aber es sind nicht die gleichen. Für die einen, die reisen, sind die Sterne Führer.
Für andere sind sie nichts als kleine Lichter.
Für wieder andere, die Gelehrten, sind es Probleme.
Für meinen Geschäftsmann waren sie Gold.
Aber alle diese Sterne schweigen.
Du, du wirst Sterne haben, wie sie niemand hat… “
„Was willst du sagen?“„Wenn du nachts den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!“
Und er lachte wieder.„Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.
Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen,
gerade so, zum Vergnügen…
Und deine Freunde werden sehr erstaunt sein, wenn sie sehen,
dass du den Himmel anblickst und lachst.
Dann wirst du ihnen sagen:
Ja, die Sterne, die bringen mich immer zum Lachen!“ 
Antoine de Saint-Exupéry – Der kleine Prinz